Augen auf…Claude Monet

09 Jun Augen auf…Claude Monet

Endlich ist der Sommer zurück und mit ihm die schönsten Farben der Natur. Aus allen Ecken und in jedem Garten spriesen sämtlich Töne des Farbkreises. Kein Wunder also, dass sich unser heutiges ‚ Augen auf…‘ um einen Künstler dreht, der wie kein Zweiter die Farben des Sommers in ihrem ganzen Spektrum auf die Leinwand brachte: Claude Monet.

Der Sommer im Garten: Ein Farben-Meer

Das Bild erzählt eine entspannte Geschichte: Camille, Claude Monets Frau, sitzt im gemeinsamen Garten und bestickt ein weißes Tuch, das auf ihrem Schoß liegt. An ihren Füßen sitzt ein kleines Mädchen, das in einem Buch blättert. Den Maler nehmen sie nicht wahr – zu vertieft sind sie in ihre Beschäftigungen. Die Kleider der Beiden sind nicht einfach nur Blau, sie sind durchbrochen von unterschiedlichen Blaunuancen und weißen Strichen. Auch die dicht gewachsene Blütenhecke im Hintergrund setzt sich aus vielen verschiedenen Grün- und Rottönen zusammen. Je nach Form definieren Tupfen oder feine Striche die einzelnen Bildelemente. Es scheint, als wäre Monets Pinsel in schellen Bewegungen über die Leinwand gehüpft – intuitiv und frei. Tatsächlich musste Monet oft schnell malen, denn er liebte es, unter freiem Himmel seine Motive zu finden und festzuhalten. Das Wandern der Sonne ließ Monets Pinsel flott die Farbe auftragen, um den passenden Licht-Schatten-Moment einfangen zu können.

Kunst für Kinder_ Augen auf Claude Monet

Aus Punkten werden Motive – aus Unsichtbarem das Sichtbare

Was besonders auffällt: Je nach Standort verändert sich unser Blick auf das Bild und was wir darin erkennen. Sowohl Camille, als auch das kleine Mädchen und die Hecke bestehen aus unzähligen, aneinander gesetzten Tupfen. Betrachten wir das Bild aus der Ferne, verschwimmen die Punkte miteinander und lassen den Farbauftrag vibrieren und leuchten. Lichtreflexe und die dadurch entstehenden Farbnuancen treten hervor – Monet macht sie für unser Auge sichtbar. Treten wir nah an das Bild heran, erkennen wir, wie sich dieses Licht- und Farbenspiel zusammensetzt. Dieses Spiel ist es, das Monet in seinen Bildern festhielt. Die Fülle seiner gemalten Bilder ist ein Farbkreis für sich – kaum ein andere Künstler malte mit einer solch breiten Farbpalette wie Monet.

Claude zeigt uns, dass eine Farbe nicht gleich eine Farbe ist – alles, was wir mit unseren Augen sehen, besteht aus viel mehr, als wir denken. In jedem Moment ändern sich Nuancen und ganze Farbtöne. Der große Magier dahinter ist? Das Licht.

Bildquelle: Claude Monet: Camile Monet mit einem Kind im Garten des Künstlers in Argenteuil, 1875, Öl auf Leinwand, 55,3 x 64,7 cm, Boston, Museum of Fine Arts

Wer mit dem Licht Monets spielen möchte, bei E.A. Seemann gibt es ein passendes Künstler-Memo.

Christina
christina@seemanns-bilderbande.de
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